Bezirksorganisation Mödling

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Equal Pay Day 2018

Frauen verdienen in Österreich immer noch knapp 20 Prozent weniger als Männer, im Bezirk Mödling sind es sogar 29,6 Prozent – damit ist der Bezirk Mödling österreichweit Schlusslicht wenn es um das Schließen der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen geht.

Der Equal Pay Day macht die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in Österreich deutlich und zeigt symbolisch auf, ab wann Frauen statistisch gesehen gratis arbeiten, während Männer für ihre Arbeit weiterbezahlt werden oder anders gesagt: „An diesem Tag haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen bis Jahresende noch arbeiten müssen“, erklärt SP-Stadtchefin Silvia Drechsler. 2018 fiel der Equal Pay Day in Österreich auf den 20. Oktober, in Mödling war er allerdings schon einen guten Monat vorher, am 14. September, was rein statistisch bedeutet, dass Frauen im Bezirk Mödling 109 Tage im Jahr 2018 gratis arbeiten. „Dass der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern im Bezirk Mödling österreichweit der höchste ist, muss die Verantwortlichen endlich zum Nachdenken anregen denn es besteht dringender Handlungsbedarf“, ist Drechsler über das Ergebnis entsetzt.

„Im Bezirk Mödling gibt es eine hohe AkademikerInnenquote, Frauen verdienen im Schnitt viel, Männer noch viel mehr. Gleichzeitig ist aber auch in keinem anderen Bezirk – von 1. Wiener Gemeindebezirk abgesehen - die Gehaltsschere so groß wie bei uns“, erläutert Bundesfrauenvorsitzende Abg.z.NR Gabriele Heinisch-Hosek das Ergebnis ihres Heimatbezirks und meint weiter: Erklärbar sei das nicht – wie viele meinen – durch den hohen Anteil an Teilzeitarbeit – denn der wurde bei diesen Daten heraus gerechnet.

Hier zeige sich offenbar strukturelle Benachteiligung von Frauen ganz besonders deutlich. Erhärtet werde der Verdacht durch eine Studie der Statistik Austria vom vergangenen Jahr, die sich unter dem Titel „Gleiche Ausbildung – gleiche Chancen?“ mit dem Einkommen von Frauen und Männern mit der selben Qualifikation über einen längeren Zeitraum beschäftigte und zu dem Ergebnis kam, dass Frauen quer durch alle Ausbildungen – trotz gleicher Qualifikation – einen Einkommensnachteil haben. Je nach Abschluss und Branche liegen die monatlichen Einkommensunterschiede zwischen sechs und über zwanzig Prozent. Damit verdienen Frauen monatlich zwischen 100,- und 1000,- Euro brutto weniger. Besonders ausgeprägt ist der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen bei verschiedenen akademischen Fachrichtungen wie beispielsweise Wirtschaftswissenschaften oder Management - hier liegt das Medianeinkommen der Frauen sogar um € 2.000,- Euro pro Monat unter jenem der Männer.

Lohntransparenz wird auf die lange Bank geschoben

Frauen sollen wissen, wie viel ihre männlichen Kollegen verdienen. Dieses Wissen stärkt sie in Gehaltsverhandlungen und hilft ihnen dabei, ihr Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit einzufordern. Dafür braucht es Lohntransparenz. Ein fertiger Gesetzesvorschlag der SPÖ liegt seit langem auf dem Tisch. Dieser wird von der Frauenministerin einfach ignoriert.

60-Stunden-Arbeitswoche drängt Frauen in Teilzeit

Langfristig sieht Drechsler folgende Konsequenz: „Frauen werden von der schwarz-blauen Bundesregierung durch diese unsoziale Politik noch mehr in Teilzeit gedrängt als bisher. Damit rückt das Ziel, die Lohnschere zu schließen, in weite Ferne.“

Nur jeder 2. Kindergartenplatz in Österreich sei mit einem Vollzeitjob vereinbar. Kaum ein Kindergarten hat länger als 12 Stunden geöffnet – in Niederösterreich ist es gerade einmal ein Prozent. 34 Prozent der NÖ Kindergärten haben weniger als acht Stunden offen. Im Durchschnitt bleiben Kindergärten, Krippen und Horte an 21,4 Tagen im Jahr zu – mit 31 Schließtagen ist Niederösterreich deutlich über dem Durchschnitt – und von den 5 Schließtagen in Wien weit entfernt.

Ausbau der Ganztagsschulen in weiter Ferne

In ganz Europa geht der Trend in Richtung Ganztagsschulen. „Wenn sich Unterrichts-, Freizeit und Lernzeiten abwechseln und die Hausübungen in der Schule erledigt werden, hat das viele Vorteile. Der Ausbau einer flächendeckenden, qualitativen Kinderbetreuung als erster Bildungseinrichtung und der Ausbau von Ganztagsschulen seien wesentliche Voraussetzungen für mehr Chancengerechtigkeit, gelingende Integration und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Quellen:

Arbeiterkammer OÖ (2018): EPD 2018 in Österreich_Bezirke_bundesweit PDF iconepd_2018_bezirke_bundesweit_1_003.pdf

Arbeiterkammer OÖ (2018): Equal Pay Days_Vergleich 2006-2018 PDF iconepd_vergleich_reihe_bis_18.pdf 

STATISTIK AUSTRIA (2017): Registerbasierte Statistiken Erwerbstätigkeit, Bildung Kalenderjahr 2017. Bildungsbezogenes Erwerbskarieeremonitoring. file:///C:/Users/crausch/Downloads/schnellbericht_registerbasierte_statistiken_2017_nr._10.36_-_gleiche_ausbi.pdf am 18.10.2018

APA/Statistik Austria in Kurier-Artikel vom 12. Juli 2018: https://kurier.at/politik/inland/nur-wenige-kindergaerten-sind-zwoelf-stunden-geoeffnet/400065125

 

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