Bezirksorganisation Mödling

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Gedenkveranstaltung 12. Februar ´34

Im März 1933 nutzte der damalige Kanzler Engelbert Dollfuss eine Geschäftsordnungsdiskussion im Nationalrat als Vorwand zur Ausschaltung des Parlaments. Ein Jahr lang folgten Verbote und öffentliche Demütigungen gegen die Sozialdemokratie und Gewerkschaft. Der Heeresminister im Kabinett Dollfuß, Carl Vaugoin, meinte dazu, man wolle die Sozialdemokratie „Glied für Glied zum Krüppel“ schlagen.

Am 12. Februar 1934 führte die Strategie der Bunderegierung schließlich zur Eskalation und zum bewaffneten Widerstand. Noch am Vorabend verkündete Vizekanzler und Wiener Heimwehrführer Emil Fey: „Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir werden ganze Arbeit leisten.“ Die Sozialdemokratie war jedoch gegen Bundesheer und Heimwehr chancenlos. 21 sozialdemokratische Anführer wurden teils schwer verletzt hingerichtet und tausende Verhaftete in Anhaltelager interniert. Am 1. Mai 1934 wurde schließlich die demokratische Verfassung endgültig ersetzt und Österreich zu einem autoritären Staat erklärt.

Um an diese schrecklichen Ereignisse zu erinnern und Lehren für die Zukunft zu ziehen, luden SPÖ Bezirksvorsitzender Hannes Weninger und der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer zu einer Gedenkkundgebung beim Mödlinger Mahnmal für die Opfer des 12. Februars. „Wie vor 85 Jahren die Gewerkschaft und die Sozialdemokratische Partei zerschlagen oder verboten wurden, erleben wir heute die Entmachtung der sozialpartnerschaftlichen Einrichtungen, Auflösung der Gebietskrankenkassen, Verunglimpfung der Sozialdemokratischen Parteien in ganz Europa durch Schüren von Hass, Angst und Neid“, erklärt Mödlings SPÖ-Vorsitzende Silvia Drechsler in ihrer Gedenkrede.

„Die Sozialdemokratische Partei hat eine große Vergangenheit, der dieses Land viel zu verdanken hat. Im Sinne Österreichs und Europas muss sie auch eine große Zukunft haben, damit sich ein 12. Februar 1934 nicht wiederholt“, so DRechsler abschließend.